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Abschluss der Fusion Bwin & Partygaming zu bwin.party

Es wurde viel gesprochen und dementiert, doch es ist doch passiert – der österreichische Internet-Wettanbieter Bwin ist mit dem britischen Wett-Anbieter PartyGaming (Partypoker, Partybets, Partycasino, Gamebookers, …) zusammengeschmolzen.

Die Union wird somit zu dem weltweit größten börsennotierten Unternehmen, das sich mit Glücksspielen beschäftigt. Die beiden Unternehmen haben für die Fusion die neue Gesellschaft bwin.party Digital Entertainment PLC (bwin.party) nach dem Recht der EU gegründet, die in Gibraltar sitzt. Bwin ist an der neuen Gesellschaft mit 51,6 % und PartyGaming mit 48,4 % beteiligt. Das Deal ist 2,5 Mrd. Euro schwer. Bwin ist nicht mehr an der Wiener Börse zu finden und die neue Gesellschaft bwin.party notiert ab 1.4. an der Börse in London. Der Börsenwert beträgt schätzungsweise 2,29 Mrd. Euro.

Konzernspitze verändert

Mit der Fusion wird auch die Konzern-Spitze verändert, denn das Chefduo Norbert Teufelberger und Manfred Bodner trennt sich. Teufelberger bleibt CEO der neuen Gesellschaft, der PartyGaming-Boss Jim Ryan wird zum Finanzboss. Bodner wechselt vom Chefduo zum Verwaltungsrat der Fusion und sorgt für die Integration der Marke sowie die Verkaufsstrategie. Darüber hinaus gleichen sich die Anzahlen der Vertreter, die geschäftsführend und der, die nicht geschäftsführend arbeiten in der neuen Gesellschaft. Das Pflichtangebot wierd es somit für die Bwin-Aktionäre nicht geben. Die Kernaktionäre der Gesellschaften verpflichteten sich, in den Hauptversammlungen, die für die ersten 3 Monate des Jahres 2011 geplant sind, für den Zusammenschluss zu voten. Die Besitzer von Bwin Papieren bekommen wegen der Verschmelzung für die Bwin-Aktie 12,23 Papiere der New PartyGaming. Die Barabfindung kann laut Bwin-Investor Relationschef maximal für 25 Prozent der Aktionäre statt finden, weil zumindest von 75 Prozent der Eigentümer dem Deal zustimmen müssen. Es ist nicht bekannt, wie viele Arbeitsplätze dadurch jetzt in Wien verloren gehen, denn bei so einer Fusion sind die Folgen was das Personal betrifft, immer unberechenbar, denn die Synergien liegen stärker in Liquiditätseffekten und in der Skalierung und weniger in der Mitarbeiterzahl.

Der Hauptsitz wird verlegt

Bwin hat weltweit 1500 Angestellte, 800 davon sitzen in Wien, wo das Unternehmen bis zu der Fusion sein Hauptsitz hatte. Doch dieser wird nach Gibraltar verlegt, was aber nicht bedeutet, dass man in Wien nicht mehr präsent sein wird, denn ein Kompetenzzentrum kann man nicht einfach so dicht machen. Bodner erwartet, dass die neue Fusion ein Jahr nach der Gründung mindestens genauso viele Angestellte haben wird wie heute. Doch es ist zu verstehen, dass es sich nicht unbedingt um die gleichen Personen handelt.

Hohe Synergiepläne

Die Synergieeffekte, die pro Jahr entstanden sind, hat Bwin mit 55 Mio. Euro vor Steuern belegt. Rund 42 Mio. Euro Kosten wurden eingespart und mindestens 13 Mio. Euro lukrierte man an Cross-Selling Umsätzen. Das soll innerhalb der nächsten 2 Jahre erreicht werden. Viele Analysten haben diese Fusion strategisch gesehen sehr gelobt, denn jeder der beiden Unternehmen hat in anderen Bereichen seine Stärken. PartyGaming ist stark im Casino-Bereich und Bwin in der Welt der Sportwetten.