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Buchmacher News

Neuordnung des Glücksspielmarktes – Buchmacher schließen sich Schleswig-Holstein an!

Nachdem der EU-Gerichtshof den aktuell gültigen Glücksspielstaatsvertrag für nicht mit dem Europa-Recht vereinbar erklärt hat, sind die Ministerpräsidenten der Länder dazu aufgefordert worden bis Anfang 2012 einen neuen Glücksspiel-Vertrag aufzusetzen. Der daraufhin veröffentlichte Entwurf der Länder stößt nicht nur auf große Kritik bei den Buchmachern und Casino Betreibern, sondern auch in der Politik selbst. So hat Schleswig-Holstein als einziges Bundesland dem Länder-Entwurf nicht zugestimmt und ein eigenes Modell entwickelt, welches im Gegensatz zu dem Entwurf der restlichen 15 Bundesländer, bereits von der EU notifiziert wurde. Es bleibt zu bezweifeln ob der Länder-Entwurf in der aktuellen Version von der EU notifiziert wird.

Die Hauptkritikpunkte an dem Entwurf der Länder ist die willkürlich Begrenzung auf lediglich 7 Konzessionen die an Glücksspielanbieter in Deutschland vergeben werden sollen. Hinzu kommt eine Besteuerung von 16,67% auf die Wetteinsätze, was für nahezu alle privaten Anbieter zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen würde.

So haben einige große Buchmacher wie Bwin und Mybet bereits angekündigt, unter diesen Bedingungen keine Lizenz in Deutschland zu beantragen. Das Schleswig-Holsteiner Modell hingegen sieht eine weitgehende Liberalisierung des Sportwettenmarktes vor und stößt bei den Buchmachern auf große Zuneigung.

Die beiden politischen Hauptstreiter für das Schleswig-Holsteiner Modell, Wolfgang Kubicki und Hans Jörn Arp, haben kürzlich ihren Liberalisierungskurs vehement verteidigt und deutlich gemacht, dass Schleswig-Holstein die Liberalisierung des Glücksspielmarktes auch alleine durchziehen wird. Wenn es wirklich soweit kommen sollte, dass in Schleswig-Holstein demnächst ein anderes Glücksspiel-Gesetz Gültigkeit besitzt als im Rest der Bundesrepublik, hätte dies mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge das alle Buchmacher dort eine Lizenz beantragen würden und sich am nördlichsten Punkt Deutschlands niederlassen werden. Von dort aus wäre dann der Internetvertrieb für ganz Deutschland gestattet.

Neueste Informationen besagen das bereits 2 weitere Bundesländer mit dem Gedanken spielen, sich dem Länder Modell abzuwenden und dem gewinnversprechenden und realistischeren Modell aus Schleswig Holstein anzuschließen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Lage weiter entwickelt und ob am Ende nicht doch noch eine Lösung gefunden werden kann mit der alle Parteien leben können.

Außerdem übt nun auch die DFL Druck auf die Länder aus, eine allgemein aktzeptable Lösung zu finden und den Sportwetten Markt zu öffnen. Sollte es nicht zu einer Liberalisierung des Glücksspielmarktes kommen, hat die DFL angekündigt Gebühren von Sportwetten-Anbietern für die Bereitsstellung des Bundesliga Spielplans nehmen zu wollen. Da zurzeit lediglich der staatliche Anbieter Oddset Sportwetten in Deutschland anbieten darf, und hiervon betroffen wäre, ist dies ein deutliches Zeichen der DFL, die nicht länger auf Werbeeinnahmen durch Sponsorengelder von Buchmachern für den Spitzen- und Breitensport verzichten will.